Freitag, 21. Juli 2017

Nestbau

Nach der ganzen Anspannung ist nun wirklich, wirklich der Endspurt meiner Schwangerschaft angebrochen. Ich kann das immernoch gar nicht richtig glauben. Ab übermorgen beginnt die 38. Schwangerschaftswoche und damit auch die Rufbereitschaft meiner Hebamme. Ab diesem Zeitpunkt darf das Baby kommen und zu Hause geboren werden.

Nun ist mein Kopf richtig frei für Vorfreude und die letzten Vorbereitungen. "Nestbau" heißt es ja so schön. Klar soll für das neue Baby alles schick sein. Aber da ist im Hinterkopf auch das Wissen, im Wochenbett wird keine Zeit mehr sein fürs Räumen und Putzen. Und damit wir in Ruhe das Baby anhimmeln können, ist nun alles bereit.

Ein Beistellbettchen habe ich von einer Internetfreundin gebraucht gekauft. (Danke ) Es ist ein Fabi Max Pro*. Es lässt sich in der Höhe verstellen und ist aus sehr schönem massiven unbehandeltem Holz. Das hellblau-karierte Nestchen und der weiße Betthimmel sind schon bald 19 Jahre alt und noch von meinem Großen. Beides war schon bei all meinen Kindern in Gebrauch und kommt von IKEA. Doch, doch, das Beistellbett wird nicht nur eine schicke Ablage sein. Die ersten Wochen wird das Baby höchstwahrscheinlich zwischen dem Liebsten und mir schlafen. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem Händchenhalten beim Schlafen ausreicht. Und dafür ist so ein Balkon-Bettchen echt sehr praktisch.


Der Adventsjunge bekam damals zur Geburt eine Bettmaus geschenkt. (Auch von einer Internetfreundin ) Seine Maus in hellblau liebt er bis heute heiß und innig und nimmt sie mit auf jede Reise. Für Babys ist das eine praktische Sache, weil man aus der langen Schlange ein Nestchen formen kann, in dem sie sicher und geborgen liegen können. Oft suchen Babys beim Schlaf eine Begrenzung für den Kopf und rutschen im Bettchen ans Gitter. So wird der Kopf gepolstert. In der Seitenlage wird durch die Maus der Rücken gut gestützt. Die Maus gibt es bei Bambalino bei Dawanda. Unsere ist 130 cm lang und trägt schon den eingestickten Namen unseres neuen Familienmitglieds.


Die Babyecke in unserem Schlafzimmer ist nun auch fertig. Im Sessel soll das Baby gefüttert werden. Zur Unterstützung beim Halten haben wir den Plüschmond von Theraline* besorgt. Der ist schön handlich und nicht so groß und wurschtelig wie ein langes Lagerungskissen. Die Füllung von Theraline ist sehr leicht, weich und feinkörnig und ganz besonders geräuscharm, wichtig, weil das Baby mit seinen Ohren draufliegt. (Wir hatten schonmal so einen Plüschmond, der ist leider in der zu kleinen Waschmaschinentrommel beim Schleudern angekokelt. Ja, echt!)

Den Wickeltisch gab es mal bei IKEA. Der Wickelaufsatz ist abnehmbar, dann ist es eine kleine Kommode. Ich wollte eine weiche und waschbare Auflage ohne Plastik dafür haben. In diese Auflage* habe ich mich gleich verliebt: sie trägt Strandhäuschen und Leuchttürme und passt durch die Größenauswahl ganz genau. Die Auflage wurde sehr schnell geliefert. Die süßen Fische aus Stoff* habe ich in Kühlungsborn in meinem Lieblingsladen gefunden. Die passen perfekt in die maritime Atmosphäre.

Unten im Schrank des Wickeltisches bewahren wir noch Kram vom Liebsten demnächst wieder Windeln, Feuchttücher und Mulltücher auf. Die Kleidung des Babys liegt griffbereit in offenen Körben im Regal neben dem Wickeltisch. Auf kleinen Schildchen steht drauf, was im Korb drin ist. Diese einfache Art der Kleideraufbewahrung hat sich schon bei den anderen Kindern ganz gut bewährt.

Wirklich brauchen tut ein Baby nicht viel, wie ich hier schonmal schrieb. Außer Armen, die es halten, Nahrung und Wärme. Aber es macht doch auch sehr viel Freude, ein neues Familienmitglied zu begrüßen und es mit schönen Dingen zu umgeben.




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Mittwoch, 19. Juli 2017

Abschied von der Grundschule

Nun ist es soweit: heute ist der allerletzte Schultag in der Grundschule für das Mutzelchen. Wir blicken sehr dankbar auf die letzten vier Jahre zurück. Lehrerinnen und Lehrer waren zugewandt und verlässlich für ihre Schülerinnen und Schüler da. Die Erzieherinnen und Erzieher in der Nachmittagsbetreuung waren sehr engagiert und fantasievoll. Unser Mutzelchen hat viel gelernt, auch außerhalb des Unterrichts.

Gestern Abend haben der Liebste, das Mutzelchen und ich kleine Dankeschön-Tütchen für all die Personen gepackt, denen wir danken wollen. Mutzi hat für jede Person ein Kärtchen mit persönlichen Worten geschrieben. "Du warst immer lustig!" "Dein Theaterunterricht war toll!" "Deine Rezepte waren lecker!" "Ich wünsche Dir noch ein schönes Leben!" oder "Ich werde Dich vermissen!" steht drinnen und ist verziert mit Portraits von Erwachsenen und Kindern der Schule.

In den Tütchen befinden sich Dankeschön-Tee, Schokolade und selbst gesammelte Muscheln, Schneckenhäuser und Steine von der Ostsee in Kühlungsborn und Dänemark. Wir sind sehr glücklich über die vergangene Zeit und freuen uns auch ein bisschen, dass diese Schule uns durch die Geschwisterkinder noch ein paar Jährchen erhalten bleibt. Oder wir ihr ;-)




Dienstag, 18. Juli 2017

Eine frische Brise im Auto


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Auto fahren mit Kindern bringt so einige Erfahrungen mit sich. Richtiges Handgepäck ist wichtig und hat sich über die Jahre herauskristallisiert. Alles muss im Auto griffbereit sein. Trinkflaschen mit stillem Wasser sind unverzichtbar. Leichte Knabbereien wie Salzbrezeln und klein geschnittenes Obst und Gemüse, wie Äpfel und Möhren, müssen auch an Bord sein. Die Kleinsten brauchen ihr Kuscheltier oder Kuschelkissen, die Größeren Bücher, Hörspiele oder kleine Spielekonsolen.

Und noch etwas muss blitzschnell zu greifen sein: Spucktüten. Leider. Schon öfters sind wir nur ein bis zwei Stunden gefahren und mussten kurz vor dem Ziel ranfahren, weil es dem Mutzelchen nicht gut so ging. Deshalb habe ich sofort zugesagt, als die Anfrage kam, ob wir den Autoluftreiniger GoPure von Philips testen möchten.

Denn frische Luft im Auto hört sich doch gut an, nicht wahr?! Mutzelchen rümpft nämlich schon die Nase, wenn wir nur ins Auto einsteigen. So haben wir den Innenraum unseres Autos ersteinmal gründlich gereinigt. Zusätzlich habe ich zusammen mit dem Mutzelchen neue Lavendelsäckchen genäht, die wir überall im Auto verteilt haben. Seitdem riecht es schonmal sehr gut. Aber ist die Luft auch richtig sauber?

Dafür soll der GoPure sorgen. Den Luftreiniger hat der Liebste mit dem beiliegenden kleinen Gurt an der Mittelkonsole zwischen den Vordersitzen angebracht. Der Luftreiniger braucht einen Zugang zum Zigarettenanzünder und wird dort dauerhaft angeschlossen. Wird das Fahrzeug gestartet, beginnt das Gerät gleich mit seiner Arbeit.

Anfangs war die Anwesenheit des Geräts noch ungewohnt. Der Liebste ist beim Schalten der Gänge noch ab und zu mit dem Arm ans Display gekommen, was dann umsprang. Mit der Zeit gewöhnte er sich aber daran. Es gibt auch die Möglichkeit, das Gerät an den Kopfstützen anzubringen. Das haben wir aber wegen neugieriger Kinderhände nicht getan.

Mit einem farbigen LED-Licht am Go Pure wird die Luftqualität im Innenraum angezeigt. Von rot, sehr schlecht, über gelb bis blau, sehr gut - so ist die Skala. Über Gelb sind wir noch nie hinausgekommen. Zum Glück. Ziemlich schnell leuchtet es beruhigend blau und bleibt auch so. Wie oft und mit welcher Intensität die Luft gereinigt wird, entscheidet das Gerät ganz alleine je nach Bedarf.

Der GoPure reinigt die Luft von Feinstaub, Pollen und anderen Schadstoffen. Sollte der Filter einmal gewechselt werden müssen, wird das automatisch angezeigt. Und wie ist es nun, mit diesem Gerät im Auto? Nun, wir haben jetzt in den letzten Wochen mehrere auch längere Fahrten unternommen. Spucktüten haben wir seitdem gar nicht mehr gebraucht. Liegt es an der bloßen Anwesenheit des Geräts oder an der gereinigten Luft? Auf alle Fälle fühlen wir uns damit gut.

Gerüche selber werden übrigens nicht eliminiert. Leider. Bei den Fahrten übers Land kommen wir trotzdem noch in den Genuss der guten Landluft ;-)


Montag, 17. Juli 2017

Unser Wochenende

Uff! Ein pickepackevolles Wochenende liegt hinter uns. Gestern Abend dachte ich, ich bräuchte jetzt nochmal einen Tag Wochenende mehr für die Erholung.

Es geht am Freitag um 14 Uhr los mit dem großen Sommerfest im Kindergarten des Adventsjungen. Ich hole ihn in seinem Gruppenraum ab und warte mit ihm noch kurz auf das Mutzelchen und den kleinen Bruder, die direkt aus der Schule kommen und auch mitfeiern wollen.

Alle drei Kinder sind scharf auf die Lose der Tombola, denn da gibt es immer tolle Gewinne von Sponsoren. Die Einnahmen kommen dem Kindergarten zu Gute. Also ziehen wir als erstes Lose und lösen sie am Losstand ein. Wir gewinnen Bücher, Kuscheltiere, Playmobilfiguren, Stifte, Luftballons und eine große Ananas. Wir deponieren alles an der Garderobe und stürzen uns dann ins Getümmel.

Alle Kinder haben eine Stempelkarte um den Hals, auf denen ihre Aktivitäten abgekreuzt werden. Es gibt Stände zum Basteln, Stelzenlauf, Boccia, Schminken, und Dosenwerfen mit einem Feuerwehrschlauch. Außerdem bekommen die Kinder Eis, Kuchen oder Waffeln und eine Bratwurst nach Vorzeigen ihrer Karte. Eltern zahlen eine Kleinigkeit für die Verköstigung.

Der Adventsjunge ist etwas geschafft von der Woche und der ganzen Aufregung. Mehrmals weint er und ich versuche, ein ruhiges Plätzchen für uns zu finden, wo er in Ruhe seinen Kuchen essen kann. Ich bin auch etwas geschafft, weil ich nicht mehr so viel gehen und stehen kann. Außerdem ist es heiß und laut. So beobachten wir das Geschehen von unserem Sitzplatz aus und warten auf den Liebsten, der früher Schluss macht und uns auf dem Fest treffen will.

Er trifft ein, holt sich etwas zu Essen und wir lassen noch das Mutzelchen und den kleinen Bruder ihre Runde übers Gelände beenden. Dann gehen wir alle zusammen nach Hause. Damit ist der Tag aber noch nicht beendet, denn Mutzelchens Klasse feiert ihren Abschied von der Grundschule. Nach einem gemeinsamen Essen wollen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin in der Schule übernachten. Wir schneiden zu Hause eine riesige Melone für das Buffet in Scheiben und um kurz nach 16 Uhr geht's schon wieder los.

Ich hatte überlegt, ob ich überhaupt hingehe, denn ich bin wirklich sehr geschafft und müde. Aber weil es das allerletzte Klassenfest ist, schleppe ich mich zur Schule hin. Dort finden verschiedene Spiele statt und die Garage mit den großen Tretfahrzeugen ist geöffnet, so dass der kleine Bruder und der Adventsjunge über den Schulhof fahren.

Leider wird der Grill erst um 18 Uhr angezündet und das Buffet ist noch lange nicht eröffnet. Ich habe auf dem Kitasommerfest extra nichts gegessen, weil ich das Klassenfest im Hinterkopf hatte. Nun habe ich großen Hunger. So gehe ich doch schon eher nach Hause und koche dort Nudeln mit Tomatensauce. Der Liebste bleibt mit den Jungs noch ein bisschen in der Schule und kommt dann nach.


Am Samstagmorgen holt der Liebste das Mutzelchen aus der Schule ab und bringt gleich frische Brötchen für unser Frühstück mit. Ihre Nacht war erwartungsgemäß sehr kurz. So bleibt sie später, als wir zum Gut Wulfsdorf fahren, zu Hause und erholt sich.

In Wulfsdorf kaufen wir fürs Wochenende ein und schlendern noch ein bisschen über den Hof. Der Adventsjunge mag den großen Sandkasten. Das Wetter ist wieder angenehm frisch.

Für das Mittagessen haben sich die Kinder Pfannkuchen gewünscht. Der Adventsjunge hilft mir beim Rühren und ich backe sie auf unserem Minipfannkuchen-Gerät. (Gerät ähnlich*, da unseres nun schon über 10 Jahre hält) Das geht schnell und ohne Fett. Ich nehme dafür immer mein normales Eierkuchenrezept und verdopple es. Aus einem Liter Milch entstehen so über 70 Minipfannkuchen. Als ich nicht mehr stehen kann, übernimmt der Liebste.

Ich mache dann Mittagsschlaf und am Nachmittag fährt der Liebste mit dem kleinen Bruder ins Ortszentrum und geht dort zum Friseur. Der kleine Bruder stromert derweil mit seinem Taschengeld durch ein paar Geschäfte und kauft sich Kaugummi. Sein Highlight! Zu Hause verläuft der Rest des Tages ganz ruhig. Das Mutzelchen und der Adventsjunge spielen draußen. Der Abend verläuft unspektakulär.





Am Sonntag stehen wir relativ früh auf. Wir frühstücken und dann machen wir uns auf den Weg nach Mölln. Unsere Gemeinde macht einen Gemeindeausflug. Das heißt, in Hamburg findet an diesem Morgen kein Gottesdienst statt, sondern alle treffen sich woanders und verbringen einen ganzen Tag miteinander. Knapp eine Stunde sind wir mit dem Auto unterwegs.

Auf dem Tannenhof Mölln, einem Freizeitheim, finden wir ein großes waldiges Gelände vor mit ausreichend Räumlichkeiten. Wir werden dort sehr gut mit Mittagessen und Kuchen versorgt. Bei unserer Ankunft am Vormittag dürfen wir uns aus einem großen Korb einen langen Stoffstreifen aussuchen und mit ins Haus nehmen.

Im Gottesdienst werden wir gefragt, warum wir gerade dieses Stück Stoff ausgewählt haben. Wir denken kurz darüber nach, aus welchem Stoff wir gemacht sind. Zart oder robust? Durchsichtig oder blickdicht? Bunt oder eher gedeckt? Danach knoten wir unseren Stoffstreifen an ein genähtes Kreuz. Das Kreuz, der Glaube, hält uns als Gemeinde zusammen. Wir würden viele Menschen gar nicht kennen, hätten wir sie nicht in der Gemeinde kennengelernt. Wir sind freiwillig zusammen und verbringen Zeit miteinander. Das ist ein großes Geschenk.

Alle verschiedenen Stoffstreifen zusammen ergeben schließlich ein Netz, das trägt. Im wahrsten Sinne des Wortes, der kleine Bruder durfte sich hineinlegen und sich von Gemeindemitgliedern tragen lassen :-) Ein sehr schönes Symbol.

Später gibt es im Wald noch Spiele, wo Alt und Jung fleißig mitmachen. Es ist frisch und nieselig. Ich suche mir einen Sessel im Haus und unterhalte mich derweil. Mir fehlt mein Mittagsschlaf. Die 37. Schwangerschaftswoche hat nun begonnen und so langsam erinnere ich mich, dass gerade die allerletzten Tage und Wochen vor der Geburt nicht besonders erholsam sind.

Gegen 16:30 Uhr verlassen wir als eine der ersten Familien das Gelände und fahren wieder nach Hamburg. Zu Hause steht noch eine wichtige Aktivität an: das Aufräumen der Kinderzimmer. Das haben wir uns fest vorgenommen. Alle packen mit an, es geht natürlich nicht ohne etwas Gemurre ab, aber kurz vor dem Sandmännchen sind wir fertig und ganz stolz auf unser Werk. Schnell noch durchsaugen und dann ist der Tag und das Wochenende auch schon wieder rum.



Noch mehr Einblicke in Familienwochenenden sind bei Susanne versammelt.



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Freitag, 14. Juli 2017

Endspurt

"Sehen Sie, was ich sehe? Sie kennen sich doch schon aus, nicht wahr?!" Die Ärztin im riesigen Universitätsklinikum fährt mit der Sonde des Ultraschallgerätes ganz unten über meine Bauchdecke. Auf dem Monitor ist bildschirmfüllend ein großes Oval zu sehen. Ja, ich sehe es auch: es ist eindeutig der Kopf meines Babys. UND ER LIEGT UNTEN!!!

Die letzten Wochen war ich etwas angespannt. Tränen sind auch geflossen. Das Baby saß mit seinem Popo in meinem Becken und rührte sich nicht. Mehrmals täglich machte ich Übungen, ölte meinen Bauch und leuchtete dem Baby mit einer Taschenlampe den Weg. Alles, damit das Baby sich mit dem Kopf nach unten dreht. In die perfekte Startposition für eine Geburt. Nur ca. 4% der Babys liegen zur Geburt noch in Beckenendlage. Sollte unser Baby etwa zu diesen seltenen Persönchen gehören?

Ich sah die Chance auf eine Hausgeburt schwinden. Mit einer Beckenendlage müsste ich zur Geburt auf alle Fälle in ein Krankenhaus gehen. Dann wäre die Suche nach einer Hebamme und alle Vorbereitungen in der Schwangerschaft umsonst gewesen. Ich hätte im Krankenhaus keine Hebamme dabei, die mir vertraut ist, was mir enorm wichtig ist. Durch die Seltenheit einer Beckenendlage hätte ich in der Klinik trotzdem wahrscheinlich (zu) viel Personal um mich herum und würde nicht alleingelassen werden, wie so viele Frauen im Moment unter der Geburt. Auch beruhigend irgendwie, aber ach...

Ich wollte vorher noch die äußere Wendung probieren. Dabei wird von ärztlicher Seite und unter OP-Bereitschaft versucht, mit gezielten Handgriffen von außen das Baby im Bauch zu drehen. Die Chance, dass sowas klappt, liegt bei etwas über 50%. Sollte dabei etwas Unvorhergesehenes passieren, würde das Baby sofort per Kaiserschnitt geholt werden. Auch damit hatte ich mich nun schon abgefunden und den Kaiserschnitt eingeplant.

Diese Woche stand also der Beratungstermin an. Ich fuhr eine Stunde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ans andere Ende der Stadt. Das Universitätsklinikum ist das größte Krankenhaus, das ich je in meinem Leben gesehen habe. Um zur Station für Geburtshilfe zu gelangen, musste ich das gesamte Gebäude mit seiner bahnhofsähnlichen Empfangshalle, Rolltreppen und seinen langen Fluren bis ganz nach hinten durchqueren und dann mit dem Fahrstuhl ganz nach oben fahren.

Ich war ziemlich aufgeregt und auch gespannt, was die Untersuchung ergeben würde. Vielleicht ließe sich ja auch irgendein Grund für die Sitzblockade des Babys erkennen? Nach einem kurzen Gespräch kommt die Ärztin gleich zur Sache. Ich darf mich auf eine Liege legen und schon gehts los. Wir sehen es sofort: das Baby liegt mit dem Kopf nach unten in perfekter Startposition.

Mir kommen die Tränen und die ganze Anspannung der letzten Wochen fällt von mir ab. Ich kann das gar nicht glauben. Noch vor einem Tag hatte die Hebamme doch noch nach dem Baby getastet, war sich allerdings nicht ganz sicher. Mir fällt die eine Nacht vom Wochenende ein, in der ich fast nicht geschlafen habe und zwei Mal von dem Gerumpel in meinem Bauch aufgewacht bin. Und seit zwei Tagen zieht und piekst es ganz schön nach unten. Uff. So kann es nun gerne bleiben. Niemand rührt sich vom Fleck, bitte!

Und sonst so? Ich kann es kaum glauben, dass nun schon der Endspurt der Schwangerschaft begonnen hat. In nur noch +/- 30 Tagen werden wir unser Sommermädchen in den Armen halten dürfen. In 9 Tagen beginnt die offizielle Rufbereitschaft unserer Hebamme. Ab diesem Zeitpunkt darf das Kind zu Hause zur Welt kommen. Eine Kliniktasche habe ich trotzdem gepackt und mich auch in der nächsten Klinik angemeldet.

Bis auf meine langsame Watschelei geht es mir ganz gut. Ich komme schneller aus der Puste und mein Becken fühlt sich klapprig an. Wenn mir etwas runterfällt, lasse ich es auch schonmal liegen. Das Umdrehen im Bett fällt mir schwerer. Ohne mein langes Seitenschläferkissen gehe ich nirgendwo hin. Haut und Haare sind prima, vom Sodbrennen werde ich im Moment zum Glück verschont. Die Vorwehen haben zugenommen und kommen am Abend fast alle halbe Stunde.

Für die Hausgeburt ist alles vorbereitet. Mit der Hebamme und ihrer Kollegin, die sie zur Geburt rufen wird, sind wir beim Vorbereitungsgespräch eine detaillierte Liste durchgegangen. Kuschelige Handtücher und Einmalunterlagen sind genügend vorhanden. Malerfolie wird immer wieder empfohlen. Die habe ich aber noch nie gebraucht und die werde ich auch niemals verwenden. Das kriege ich im Kopf beim besten Willen nicht mit Geburt zusammen. Ich habe für den Boden eine weiche, extra dicke Gymnastikmatte und einen doppelt großen wasserundurchlässigen Matratzenschoner* besorgt. Ich weiß, ich werde mich eh nicht im Bett oder auf dem Sofa aufhalten, da ich mich unter der Geburt eher in aufrechter Haltung wohlfühle.

Eine gute Lampe haben wir, die ersten Anziehsachen fürs Baby liegen bereit, bequeme Kleidung für mich auch und eine genau gehende Uhr, klar. Papierkram für die Anmeldung des Babys beim Standesamt, den großen Bluttest auf Stoffwechselstörungen und das neue Vorsorgeheft für Kinder sind schon vorbereitet. Der Kinderarzt ist auch informiert. Jetzt fehlen noch ein paar Müsliriegel für uns und eventuell hungrige Hebammen und dann, ja dann fehlt uns nur noch das Baby :-)


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Mittwoch, 12. Juli 2017

12 von 12 im Juli

Kinder, wie die Zeit vergeht! Heute ist schon wieder der 12! Das heißt, ich nehme Euch heute mit in meinen Tag und zeige 12 Bilder davon. Noch mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind wie immer bei Caro versammelt.

DAS Tagesthema heute in unserem Ortsteil: Straßensperrung! Eine ganz, ganz wichtige Hamburger Ein- und Ausfallstraße soll endlich saniert werden. Für vorbereitende Leitungsarbeiten wurde heute Nacht eine Spur stadtauswärts gesperrt. Um 1 Uhr bin ich wach und beobachte vom Fenster aus, wie von einem Kleinlaster die Absperrbaken abgeworfen werden.

Um 4 Uhr kommt der Adventsjunge in unser Bett gekrabbelt. Um 6:30 Uhr werde ich vom Liebsten geweckt. Während ich dusche, deckt er den Frühstückstisch und weckt das Mutzelchen und den kleinen Bruder.

Wir frühstücken, der Liebste verabschiedet sich und ich will mich beeilen, denn alle Kinder müssen um 8 Uhr in Schule und Kindergarten sein. Der Adventsjunge macht mit seiner Gruppe einen Tagesausflug zum Gut Karlshöhe. Bei dem Regen! Der soll auch den ganzen Tag nicht mehr aufhören.

Nach dem Wegbringen der Kinder radle ich weiter. In der gesamten Gegend herrscht Chaos wegen der Straßensperrung. Sehr viele Autos drängeln sich durchs Wohngebiet, viele missachten die Verkehrsregeln und einige fahren falschrum in Einbahnstraßen. Und dann ist auch noch die Ampelanlage an der größten Kreuzung der Gegend ausgefallen. Es ist ein Traum.

Auf dem Weg zum Markt mache ich Halt bei meiner Ärztin. Ich habe von meiner Hebamme die letzten Blutwerte erfahren und brauche ein Rezept zum Anpassen meiner Schilddrüsenmedikamente.

Auf dem Wochenmarkt ist es wegen des Dauerregens total leer. Manche Stände fehlen auch. Ich laufe alle "meine" Stände ab und kaufe Obst, Gemüse und Wurst. Im Drogeriemarkt kaufe ich Zahnpasta und einige Kleinigkeiten zum Knabbern, denn das Mutzelchen und der kleine Bruder machen in den nächsten Tagen einen großen Schulausflug und brauchen Proviant.


Im Bioladen kaufe ich meinen Lieblingstee von Sonnentor. Weil das Mutzelchen die Grundschule verlässt, möchten wir all ihren Lieblingslehrerinnen und -lehrern und Lieblingserzieherinnen und -erziehern kleine Dankeschöntütchen packen.


Wer hätte gedacht, dass ich Mitte Juli noch meine Winterschuhe trage?


Das Lastenrad ist am Ende meiner Einkaufstour vollgepackt. Was bin ich froh, dass ich es habe! Seit der Liebste nicht mehr mit dem Auto zur Arbeit fährt und auf dem Heimweg einkauft, ist der Markteinkauf Mitte der Woche zu meiner Aufgabe geworden.


Das Jungenzimmer darf heute den ganzen Tag nicht betreten werden. Der Adventsjunge vermisst seit der Nacht ein Spielzeug. Der kleine Bruder hat seinen Detektivkoffer von den drei ???* ausgepackt und hilft ihm bei der Suche.


Nach dem Verräumen der Einkäufe mache ich mir ein zweites Frühstück mit frischen Brötchen und einem Milchkaffee und der neuen Zeitschrift "Hygge", die mir Frau Rotkraut am Wochenende bei unserem Besuch geschenkt hat. Sehr schön!


Straßen- und Gehwegzustand auf dem Weg zum Kindergarten.


Der Adventsjunge hat heute am Nachmittag viel zu erzählen von seinem Ausflug. Am beeindruckendsten war sein Fund von ziemlich vielen Regenwürmern, die er mit der Becherlupe beobachtet hat und das Lunchpaket mit geschmierten Brötchen.

Heute ist außerdem sein Haarschopf dran. Ich schneide ihm eine Sommerfrisur. Schnipp schnapp!


Der kleine Bruder geht heute wieder mit seinem Freund mit. Das Mutzelchen kommt alleine aus der Schule. Wir essen Erdbeeren und Blaubeer-Galette mit Sahne. Die Blaubeeren habe ich auch von Frau Rotkraut :-) Njammmm!


Als sich die Kinder beschäftigen, bringe ich unsere neuen Verdunklungsvorhänge* im Schlafzimmer an. Sie sind ganz glatt und weich und verdunkeln wirklich richtig gut. Ich hatte dem Mutzelchen schon welche bestellt, weil sie wegen der hellen Nächte nicht so gut einschlafen konnte. Jetzt klappt es viel besser.

Wenn ich schon dabei bin, putze ich gleich noch das Fenster, Rahmen und Fensterbrett und wasche die dünnen weißen Gardinen. Dann sauge ich das Zimmer, ach komm, gleich die ganze Wohnung! Ja, danach bin ich dann doch geschafft. In der 36. Schwangerschaftswoche geht das alles nicht mehr so locker flockig.


Der Adventsjunge hat derweil die Holztiere und Bäumchen aufgebaut.


Das Mutzelchen schreibt unterdessen kleine Kärtchen für die Dankeschöntütchen. Ganz süß, für jede Person findet sie ein paar persönliche Worte. Das Stillleben auf ihrem Bett finde ich ganz rührend. Die Fischfedertasche mit Reißverschlussmaul da rechts im Bild hat sie im Nähkurs in der Schule selber genäht.


Um 17:20 Uhr schreibt der Liebste aus dem Büro, dass er noch in einem Meeting sitzt. Oha! Das wird spät. Dabei wollte er doch auf dem Heimweg den kleinen Bruder abholen. Um kurz vor 19 Uhr sind die beiden dann endlich zu Hause. Ich habe heute zum Abendbrot wieder bunte Teller für die Kinder zubereitet, weil ich einfach nur noch im Sessel sitzen will.

Nach dem Sandmännchen sind alle Kinder in ihren Zimmern und im Bett. Sie dürfen noch ein bisschen lesen oder Hörbuch hören. Der Liebste und ich werden die letzten Folgen der neuen Staffel "House of Cards" schauen und uns ein bisschen gruseln, wie eine fiktive Serie doch von der Realität eingeholt werden kann.


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Montag, 10. Juli 2017

Wochenendausflug - seine Sicht und meine Sicht

Am Wochenende besuchten wir endlich mal wieder Frau Rotkraut und Familie. Was vor 9 Jahren im Internet begann, ist zu einer wunderbaren Freundschaft geworden. Ihre Herzen und Türen sind weit für uns geöffnet und wir fühlen uns sehr wohl in ihrer Gesellschaft und in ihrem wunderschönen Heim in der Lüneburger Heide.

Bei Große Köpfe können wir immer ein Wochenende aus ihrer und seiner Sicht sehen. Das greife ich heute mal auf, denn der kleine Bruder ist wieder mit meiner Kamera losgezogen.

Hier ist also unser Besuch bei Familie Rotkraut aus der Sicht des kleinen Bruders zu sehen:









Und hier ist meine Sicht auf das Paradies mit den lieben Menschen:










Freitag, 7. Juli 2017

Nebenan 48

Zum Wochenende wird es mal wieder Zeit für eine kleine Sammlung interessanter Texte von nebenan. "Nebenan" weil der nächste Text oder die nächste Inspiration hier im Internet nur einen einzigen Klick entfernt ist. Eben nebenan.


Mütter müssen von je her für alles mögliche herhalten und ihr Image ist ziemlich schlecht. Da gibt es die "Latte- Macchiato-Mütter", die Mütter, die mit ihren Kinderwagen immer im Weg stehen, die Stillenden oder die mit dem Fläschchen, die Hausfrauen oder die Karrierefrauen. Sie kriegen ihre Kinder zu früh oder zu spät, denken nicht an ihre Rente und wollen doch nur Teilzeit arbeiten... Andrea Harmonika hat mal sehr umfangreich (!) Meldungen über Mütter in den Medien der letzten Zeit zusammengetragen: "Deine Mudda". Ich weiß gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Auf alle Fälle sollte man sich als Frau mit der Geburt des ersten Kindes ein ziemlich dickes Fell zulegen.

Über Kinderfotos im Internet wird immer wieder mal diskutiert. Kinder auf Fotos zeigen oder nicht? Da gibt es Modelle, so viele, wie es Blogs gibt. Ich halte es mit der eingeschränkten Sicht, zeige meine Kinder, aber meistens nicht eindeutig erkennbar und schon gar nicht in kompromittierenden Situationen. Wie aber ist es mit den Texten, die sensible Themen behandeln? Die stehen auch sehr lange im Netz und berühren oft die Privatsphäre der Kinder. Melanie reicht die Diskussion nicht weit genug.

Nach dem Lesen dieses Textes wird eine Banane nicht mehr nur eine Banane sein.

Und noch ein Text vom wunderbaren Fräulein Read on: "Herr Müller kommt nicht mehr zurück". Herzzerreißend. Wer will sich anmaßen, anderen Menschen vorzuschreiben, wen sie zu lieben haben?!

Was ich gerade mag: Sommerpizza!



Mittwoch, 5. Juli 2017

5. Juli

Ich bin aus Gründen um 1:43 Uhr und um 3:48 Uhr wach, kann aber zum Glück wieder schnell einschlafen. Um 6:15 Uhr höre ich die Dusche rauschen und warte in meinem Bett liegend auf die Rempler des Augustbabys und den Morgenkuss des Liebsten.

Als ich um 6:30 Uhr ins Bad gehe, weckt der Liebste die Kinder und deckt den Frühstückstisch. Nach dem Duschen horche ich in die Wohnung hinaus, um die Stimmung der Kinder zu ergründen. Alles scheint friedlich. Das Mutzelchen trödelt noch, aber um kurz vor 7 Uhr sitzen wir alle für einen Moment zusammen am Tisch.

Um kurz nach 7 verabschiedet sich der Liebste ins Büro. Die Kinder helfen nach dem Frühstück, den Tisch abzuräumen und gehen dann Zähne putzen. Ich bereite derweil die Brotdosen für die Schulkinder zu. Es gibt Klappstullen, Möhre, Gurke und Apfel. Der kleine Bruder erinnert mich an seinen Besuch bei seinem Freund am Nachmittag. Ich schreibe schnell einen Mitteilungszettel für den Hort, dass er mit seinem Freund mitgehen darf.

Das Mutzelchen und den kleinen Bruder schicke ich dann los zur Schule. Ich helfe dem Adventsjungen beim Anziehen und dann hat er noch ein bisschen Zeit zum Spielen. Ich schminke mich und setze mich dann an den Tisch um Formulare auszufüllen. Ich möchte die Schulkinder bei einer Veranstaltung in den Sommerferien anmelden. Ich habe die Veranstaltung im Hamburger Ferienpass entdeckt.

Der Adventsjunge holt sich ein Blatt Papier und die Buntstifte und setzt sich zu mir. Er malt ganz entzückende Hunde, denn er ist gerade großer Fan von der Kinderserie "Paw Patrol"* die wir als Amazon-Prime-Kunden kostenlos sehen können. Dann kommt er alleine auf die Idee, mit seinem Stiftebehälter ein kleines Geduldsspiel zu veranstalten. Im Internet habe ich das als Beschäftigung für Kinder so ähnlich mal mit Strohhalmen gesehen.


Dann ist es Zeit für den Kindergarten. Ich schnappe mir Einkaufsbeutel und den Fahrradakku, denn ich fahre erst den Kleinen in den Kindergarten und danach will ich weiter ins Ortszentrum radeln. Es ist kurz vor 9 Uhr, als der Adventsjunge seinen Gruppenraum betritt. Gleich beginnt der Morgenkreis.

Ich radle weiter und mache Halt bei meiner Frauenärztin. Mein offizieller Mutterschutz hat nun begonnen und ich brauche noch eine Bescheinigung für die Krankenkasse, um das Mutterschaftsgeld zu beantragen. Das hätte ich schon letzte Woche machen müssen, hatte mich aber leider zu spät informiert. Ich ärgere mich ein bisschen über mich selber, vor allem, weil ich gerade gestern in der Praxis war, um eine Überweisung abzuholen.

Dann fahre ich weiter zur Fußgängerzone. Dort hole ich Geld am Automaten, denn einzig beim Markteinkauf brauche ich noch Bargeld. Ich möchte außerdem zum Friseur, nehme aber an, der macht erst um 10 Uhr auf. Deshalb setze ich mich mit einem Milchkaffee und einem Croissant in ein Bäckereicafé, um die Zeit bis dahin zu überbrücken. Ich beobachte Leute und lese auf dem Handy die neusten Blogeinträge von nebenan.

Um viertel vor 10 treffe ich beim Friseur ein. Tja, der hat doch schon um 9 Uhr aufgemacht, so ist da schon ziemlich Betrieb und ich muss warten. Der Friseur arbeitet ohne Termine, deshalb muss man immer einen guten Zeitpunkt abpassen. Bis 10:30 Uhr warte ich, dann trifft eine weitere Angestellte ein, die mich bedient. Einmal waschen, schneiden, föhnen, wie immer. Seit ich nicht mehr darauf bestehe, mit meinen Haaren noch einen Zopf machen zu können, gefällt mir meine Frisur richtig gut. Diesmal ist es ein bisschen kurz geworden, aber das macht mir nix.

Im Drogeriemarkt kaufe ich noch ein paar Kleinigkeiten und schiebe dann mein Fahrrad über den Markt. Ich kaufe 2 Kilo knackige Äpfel, bildschöne Himbeeren, pralle Kirschen, ganz dunkelrote Erdbeeren und schwelge in dieser Herrlichkeit. Nebenbei werde ich immer wieder auf mein Lastenrad angesprochen. Es ist aber auch praktisch! Unterwegs halte ich noch beim Bäcker und hole Brot fürs Abendbrot und Franzbrötchen für den Nachmittag.


Um 12 Uhr bin ich schließlich wieder zu Hause. Uff. Fahrradfahren geht in der 35. Schwangerschaftswoche zwar immernoch besser als laufen, aber insgesamt muss ich doch so langsam einen oder zwei Gänge runterschalten. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich verräume die Einkäufe, nasche ein paar Himbeeren und trinke etwas, habe aber ansonsten keinen großen Hunger. Dann setze ich mich in meinen Sessel und schaue im Computer nach Mails und beantworte welche. Gegen 13 Uhr werde ich müde und mache ein Nickerchen. Luxus. Anderthalb Stunden später wache ich auf.

Richtig fit bin ich allerdings nicht, muss dann aber los, den Adventsjungen aus dem Kindergarten holen. Vorher bringe ich noch schnell den Brief mit meiner Mutterschutzbescheinigung zum Briefkasten. Der Adventsjunge sitzt im Kindergarten im Sandkasten und macht mir noch einen Sandkuchen. Auf dem Heimweg klettert er wie immer auf jeden großen Findling am Wegesrand, davon gibt es hier bei uns so einige, und springt wieder runter. Zu Hause beim Händewaschen bestaunen wir mal wieder die schwarze Seifenbrühe, die von seinen Händen schäumt ;-)

Dann spielt er sich mit seiner Brio-Bahn quer durch die Wohnung, bis um 16 Uhr das Mutzelchen nach Hause kommt. Die beiden bekommen Erdbeeren und Franzbrötchen und verschwinden dann in ihren Zimmern. Das Mutzelchen möchte zum Abschied aus der Grundschule ihren liebsten Lehrerinnen und Lehrern und Erzieherinnen und Erziehern ein kleines Geschenk machen. Das sind immerhin 12 Leute. Sie bastelt für alle Personen Kärtchen und schreibt hinein, was ihr an der Person am besten gefallen hat. Ich bastele derweil noch ein bisschen was am zukünftigen Wickelplatz des Augustbabys.



Kurz vor 18 Uhr merke ich, dass der Liebste sich wohl beim Abholen des kleinen Bruders bei seinem Freund verquatscht hat. Ich gönne es ihm, weil die Eltern des Klassenkameraden sehr nett sind. So decke ich nicht, wie sonst immer um diese Zeit, den Abendbrottisch sondern bereite einen bunten Schnittchenteller zu. Dann helfe ich dem Adventsjungen beim Anziehen seines Schlafanzuges und sage dem Mutzelchen Bescheid.

Beide dürfen dann das Abendprogramm auf dem KIKA gucken und schnabulieren dabei Brote und Gemüse. Der Liebste und der kleine Bruder treffen erst nach dem Sandmännchen ein. Sie essen die Reste der Brote und bekommen ihren Anteil an süßen Erdbeeren. Dann ist Zahnputzzeit für die Kinder und dann muss auch noch das Jungszimmer aufgeräumt werden. Da liegen noch Autos und Legosteine von gestern und heute auf dem Teppich rum, die sollen weg, damit wir uns in der Nacht nicht aus Versehen weh tun.

Das Mutzelchen schreibt noch ein paar Kärtchen, der Liebste räumt den Geschirrspüler ein und ich darf schon im Sessel sitzen und schreibe an diesem Eintrag. Nebenbei läuft die Berliner Abendschau, mein Feierabendritual seit... schon immer. Berlin hat jetzt Pandabären. Im Wochenbericht über Alleinerziehende wird von einer Frau mit einer besonderen Tochter berichtet. Sie hat ein Buch über ihr gemeinsames Leben geschrieben. "Lauthals leben"* heißt es. Das interessiert mich und ich bestelle es mir.

Dann kehrt langsam Ruhe ein. Der Liebste hat ein Schnupperabo bei Sky abgeschlossen und entdeckt, dass wir dort die neue Staffel von "House of Cards" sehen können. Okay, das wars, ich bin nun fertig mit meinem Eintrag!


Noch mehr Tagebuchbloggerinnen und -blogger triffst Du, wie immer am 5. eines Monats, bei Frau Brüllen.



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