Donnerstag, 4. Mai 2017

In Wismar...

... waren wir schon eine Weile nicht mehr. Wieso denn bloß?

Vor zwei Jahren haben wir im Rahmen eines Aufenthaltes in Kühlungsborn einen Abstecher in diese schöne Hansestadt gemacht. Ich kenne Wismar noch sehr gut aus meiner Kindheit. In den Ferien bei Oma und Opa hatte die Stadt genau die richtige Größe, um sie auf eigene Faust zu erkunden. Auch wenn die Innenstadt mittlerweile zu großen Teilen wunderschön restauriert wurde, gibt es hier und da noch Ecken, die eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit ermöglichen. Oder man fühlt sich teilweise wie in einer Fernsehkulisse aus einer anderen Zeit.

Diesmal blieben wir ein bisschen länger. Wir buchten übers Wochenende ein Familienzimmer in der Jugendherberge Wismar. Mit einem großen Bad überm Gang zur alleinigen Benutzung fühlten wir uns im 6-Bett-Zimmer sehr wohl. Wichtig für unsere Elternrücken: die Matratzen sind in den Jugendherbergen immer richtig gut! Auf dem Frühstücksbuffet fehlte uns nichts und am Abend aßen wir reichlich warmes Essen mit Salatbar und Dessert. Sehr gut!

Das Highlight unseres Aufenthaltes war für die Kinder sicherlich der Besuch im Wonnemar, einem Erlebnisbad. Ich hatte vor einer Weile in einem Supermarkt einen günstigen Gutschein für eine Familientageskarte mit Essen erstanden. Wir waren am Samstag unter den ersten Gästen. Das Bad ist hell, freundlich und gepflegt. Es gibt flache Becken für ganz Kleine und tiefere für die Großen. Und Rutschen! Und Wellen! Toiletten für Kinder und ein Wickeltisch befinden sich direkt am Kinderbecken, sehr praktisch. Überall ist das Wasser schön warm. Mittags aßen wir Pommes, klar. Aber es gab auch Salate, Nudeln, Ofenkartoffeln etc. im Angebot.

Nach ein paar Stunden hatten wir genug. In der Jugendherberge legten wir eine kleine Mittagspause ein und fuhren danach in die Innenstadt von Wismar. Geparkt haben wir auf einem großen Parkplatz am Hafen. Von dort tauchten wir direkt in die Altstadt ein. Hach, ich hätte jedes einzelne Haus fotografieren können!

Unser Ziel am Nachmittag war das Café Glücklich, das mir schon oft empfohlen wurde. Dort angekommen, mussten wir erstmal wieder gehen, denn es war zu voll. Vorsichtshalber erkundigten wir uns, ob Kartenzahlung möglich ist. Weil es nicht möglich ist, nutzten wir die Wartezeit auf einen Tisch für einen Spaziergang zum nächsten Geldautomaten. Als wir dann unseren Tisch in dem sehr kleinen aber hübschen Café bekamen, mussten wir ganz schön lange auf unsere Bestellung warten. Eine Menge Laufkundschaft bestellte Kuchen und Kaffee zum Mitnehmen, was für die zwei Frauen hinterm Tresen sehr arbeitsintensiv und für uns etwas zu laut und unruhig war. Der selbstgebackene Kuchen war allerdings ein Traum. Die Stücke waren so groß, dass die Kinder ihre nicht schafften.

Anschließend liefen wir entlang des Mühlenbaches bis runter zum Wismarer Hafen. Der Mühlenbach wird auch Grube genannt. Er fließt vom Mühlenteich bis ins Hafenbecken. Schon im 13. Jahrhundert wurde dieser Bach angelegt und vielfältig von der Stadtbevölkerung genutzt. Lastenkähne brachten Waren in die Stadt, es wurde Wäsche gewaschen oder Wasser zum Feuerlöschen und den täglichen Bedarf entnommen.

Im oberen Abschnitt bei der Alten Stadtmühle mit dem Schornstein heißt der Bach auch "Mühlengrube". Im mittleren Abschnitt wird er auch "Frische Grube" genannt. Der Name soll den Unterschied zu einem früheren anderen Wasserlauf der Stadt verdeutlichen, der "Salze Grube", die meerwasserhaltiges Wasser führte. Im unteren Abschnitt heißt der Bach "Runde Grube", wahrscheinlich einfach nach der Krümmung.

Am Hafen fließt der Bach unter dem wunderschönen "Gewölbe", einem jahrhundertealten Fachwerkhaus ins Hafenbecken. Dort angelangt erschnupperten wir köstlichen Räucherfisch, der auf Fischerbooten zum Verkauf angeboten wurde. Wir liefen ganz runter bis zur Hafenspitze und sahen gerade noch ein Ausflugsschiff von hinten. Eine Hafenrundfahrt haben wir uns für unseren nächsten Besuch aufgehoben. Denn natürlich kommen wir wieder nach Wismar.












Mühlengrube mit der Alten Stadtmühle


Schabbelhaus und Nikolaikirche

Frische Grube

Frische Grube mit Schweinsbrücke

Runde Grube

Gewölbe



Schwedenköpfe, Wahrzeichen von Wismar

Hafen mit Turm der Marienkirche

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