Sonntag, 17. September 2017

Unser Wochenende

In der Nacht zu Freitag trifft der Große bei uns ein. Er sieht das erste Mal seine kleinste Schwester. Gleich nach dem Frühstück und noch bevor die Kleinen in Schule und Kindergarten gehen, machen wir schöne Familienfotos. Selten genug, dass wir alle beisammen sind. Ich freue mich über meinen Großen und höre mir seine Berichte von der Uni an. Später fährt er weiter, seine Großeltern besuchen.

Ich gehe mit einem plüschigen und glücklichen Gefühl ins Wochenende. In der Nacht zu Samstag übernachtet das Mutzelchen bei ihrer Freundin. Die beiden kommen am Morgen um 7:30 Uhr zu uns, weil die Eltern der Freundin zu einem Triathlon fahren. Sie haben einen großen Beutel frische Brötchen dabei. Die Mädchen werden den ganzen Tag bei uns zusammen spielen. Und weil sie die gemeinsame Zeit so genießen, übernachtet Mutzelchens Freundin in der Nacht zu Sonntag bei uns.

Im Gärtchen ist nun der Herbst ausgebrochen. Alles ist voller Spinnennetze. Der kleine Bruder und der Adventsjunge sammeln erste Kastanien.

Dann erreicht mich die traurige Nachricht, dass Anne im Sterben liegt. Anne gehörte schon von Anfang an zu meinem Internet dazu. Ihre und meine Familie wuchsen, sie bekam zwei süße Töchter, wir schrieben uns ab und zu. Ich mochte ihre Texte sehr. Für Annes Familie haben wir letzten Herbst gesammelt, damit sie neben den Sorgen um ihre Gesundheit nicht noch finanzielle Sorgen haben muss. Aber alles Geld, alle guten Wünsche haben nicht geholfen. Vor einigen Tagen feierte sie noch ihren Geburtstag. Sie war noch so jung. Ich bin sehr traurig, dass mein Geschenk sie nicht erreichte, weil die Post nicht zustellte. Zwei Mal ging das neu erschienene Buch* über die erstaunlichen Kraken zurück. Anne war fasziniert von Kraken. Sie hätte es nicht mehr lesen können. Am Samstag ist sie für immer eingeschlafen.

Ich bin sehr betroffen und staune mal wieder, dass das Leben einfach so weitergeht. Und weiter und weiter. Hier so ein Leid, da pures Glück, dort die Banalitäten des Alltags. So machen wir schließlich am Samstagabend mit den größeren Kindern einen Filmabend. Es gibt ein großes Chips-Buffet und Ronja Räubertochter*. Ich sehe den Film nach 30 Jahren das erste Mal wieder. Er ist gar nicht mehr so gruselig, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Besonders bei den Szenen, die die Beziehung von Ronja zu ihren Eltern zeigen, verdrücke ich ein oder zwei Tränchen.

Am Sonntag schlafen wir nahezu aus. Die Augustschnuppe hat in der Nacht nur ein Mal Hunger. Nach dem Frühstück schauen wir die "Sendung mit der Maus". Nach dem Bericht über die Flughafenfeuerwehr haben wir schon eine Geschenkidee für den Adventsjungen, der ein großer Feuerwehrfan ist: ein Flughafenlöschfahrzeug*.

Wir bringen Mutzelchens Freundin nach Hause und essen dann zu Mittag. Der Große ist zurück von seinen Großeltern und bleibt bis zum Abend bei uns. Mittags scheint die Sonne, wir planen einen Ausflug. Dann beginnt es leider, zu regnen und wir müssen drinnen bleiben. Ich backe einen Pflaumenkuchen mit Zimtstreuseln. Dafür nehme ich einfach mein bewährtes Rezept vom Apfelkuchen, nehme anstatt Äpfeln Pflaumen und würze die Streusel mit Zimt.

Am Abend verabschieden wir den Großen. Beim Umarmen muss ich mich sogar auf die Zehenspitzen stellen, so groß ist er. Die Kleinen gehen alle nacheinander in die Badewanne. Der kleine Bruder bringt noch eine Überraschung aus seinem Schulranzen: einen Läusezettel. Das heißt, in der Klasse sind Läuse aufgetreten, wir sollen bitte kontrollieren. Der Zeitpunkt ist nach dem Wochenende nicht ganz optimal, aber zum Glück finden wir nichts.

Wer mag, darf noch bis zum Ende der Woche beim scoyo ELTERN! Blog Award 2017 für mich abstimmen. Danke!


Noch mehr Einblicke in Familienwochenenden gibt es bei Susanne.







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Kommentare:

  1. Darum der sehr glückliche Gesichtsausdruck deines Großen auf dem Bild mit seiner kleinsten Schwester 😊

    LG Alexandra

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  2. Wir haben uns sehr bewusst dazu entschieden, dieses Wochenende zu feiern und zu leben. Bewusst zu leben, bewusst zu genießen. Zeit mit Freunden zu verbringen. Eben weil Anne so lebensfroh und optimistisch war.

    Trotzdem kommen immer wieder die traurigen Gedanken.

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