Montag, 16. Oktober 2017

Unser Wochenende

An diesem Wochenende war ich viel unterwegs. Am Samstag stehen wir relativ früh auf, denn der Liebste hat sich bereiterklärt, mich zum Gut Karlshöhe zu fahren, wo ich ein Modul meiner Weiterbildung zur Fachkraft für Naturerlebnispädagogik nachholen darf. Um 9 Uhr soll es dort losgehen. Wir frühstücken schnell. Ich packe meinen Korb mit einem Blech Lebkuchen für das Buffet und meinem Thermokaffeebecher.

Nachdem der Liebste mich in Karlshöhe abgeliefert hat, fährt er mit den Kindern einkaufen. Ich werde herzlich von der Seminargruppe aufgenommen. Ich fühle mich gleich ganz heimisch. Ich kenne niemanden, aber das macht gar nichts. Alle sind ganz offen und zugewandt. Das Thema diesmal ist "Land-Art". Darauf habe ich mich schon bei der Anmeldung zur Weiterbildung vor zwei Jahren am meisten gefreut.

Ein sehr bekannter Vertreter von Land-Art ist natürlich der Schotte Andy Goldsworthy. Er hat unendlich schöne Land-Art erschaffen und in zahlreichen Bildbänden festgehalten. Der Film "Rivers and Tides"* über ihn und seine Arbeit ist ein ganz besonderes Stück Filmkunst und vor allem sehr entspannend.

Nach einer kleinen Vorstellungsrunde gehen wir gleich nach draußen und steuern zuerst den Bauerngarten an. Der ist jetzt im Herbst schon ziemlich kahl, aber trotzdem noch recht bunt. In einer ersten Übung sollen wir mal schauen, wo wir im Gelände Farben, Formen oder Linien finden, aus denen sich etwas machen lässt. Meine Partnerin und ich finden einen geschwungenen Wegesrand und betonen ihn mit rotem Laub. Auch die anderen Teilnehmerinnen haben gute Ideen.

Später sammeln wir verschiedene Erden und machen daraus Erdfarben. Damit können wir experimentieren wir und entwickeln unsere Zeichnung weiter, die wir vorher auf der Streuobstwiese angefertigt haben.

Nach der Mittagspause gehen wir wieder ins Gelände und dürfen ganz frei unser eigenes Land-Art-Kunstwerk in der Natur erschaffen. Das gefällt mir sehr. Fast eine Stunde lang stehe ich im hohen Gras, denke und summe vor mich hin und flechte und drehe Grashalme. Ich finde das sehr meditativ und würde das gerne öfters machen.

Ein paar schöne Literaturtipps habe ich mir für meinen Wunschzettel mitgenommen, z.B. das Buch "Naturwerkstatt Landart"* oder "Ideenbuch Landart"*.

Um 17 Uhr holt mich der Liebste mit den Kindern ab. Eigentlich wollten wir noch einen Kaffee im Restaurant auf dem Gut trinken, aber leider ist dort, wie in letzter Zeit schon öfter, eine geschlossene Gesellschaft.

Aber es ist eh schon spät und so gehen zu Hause die Jungs in die Badewanne und der Abend verläuft ganz ruhig. Die Augustschnuppe will nicht so recht einschlafen, so schuckle ich sie gegen Mitternacht auf der Bettkante sitzend und kippe einmal fast nach hinten, weil ich im Sitzen eingeschlafen bin. Dann schläft sie aber bis auf eine Trinkpause in der Nacht ziemlich gut.






Um 6:30 Uhr am Sonntagmorgen werden der Liebste und ich von einem schrillen Kreischen der Augustschnuppe geweckt. Entweder hat sie komisch geträumt oder regt sich auf, weil sie eine verstopfte Nase hat.

Draußen ist dichter Nebel. Aber nur eine Stunde später strahlt die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Wir frühstücken gemütlich und trödeln vor uns hin. Wir schauen die "Sendung mit der Maus" wo der 60. Geburtstag vom kleinen Maulwurf gefeiert wird. Den lieben wir alle, der Liebste und ich schon seit unserer Kindheit.

Der Liebste spielt mit dem Adventsjungen unser neues Spiel "Spinderella"*, was sich sehr lustig anhört. Ich koche Kürbissuppe mit angebratenen Würstchen und Brotwürfeln. Wir essen erst gegen 14 Uhr.

Weil das Wetter so dermaßen schön aussieht, gehen wir dann bald raus. Der Liebste und die Kinder bringen mich zum nächsten U-Bahnhof. Dort ist eine sehr begehrte Eisdiele, die natürlich bei dem Wetter belagert ist. Wir bekommen trotzdem einen schönen Platz und essen unser Eis.

Dann verabschiede ich mich von meiner Familie, denn ich fahre in die Innenstadt. Dort möchte ich in der Laeiszhalle ein Konzert besuchen. Die Gruppe "Trobar e Cantar" bietet mittelalterliche Musik mit Gesang und Instrumenten dar.

Ich fahre mit der U-Bahn in die Stadt und habe noch ein bisschen Zeit. Ich biege auf meinem Weg zur Laeiszhalle einfach mal ab und stehe plötzlich vor einem See, über dem der Hamburger Fernsehturm aufragt. Herbstfarben leuchten überall in der tief stehenden Sonne. Wie malerisch! Ich laufe ein wenig durch den Park und merke erst jetzt, dass ich bei "Planten un Blomen" gelandet bin. Hüstel, nun wohnen wir schon 8 Jahre in Hamburg und waren noch nie dort. Was ich sehe, gefällt mir gut, auch wenn der Park bei dem Wetter rappelvoll ist.

Aber dann ist es Zeit für das Konzert. Auf einer kleinen Studiobühne spielt das Ensemble Lieder aus verschiedenen Epochen. Mich interessieren neben dem Gesang vor allem die Instrumente, die originalgetreu nachgebaut wurden. Da gibt es ganz verschiedene Flöten, Schalmeien, Krummhörner und sogar ein Gemshorn, auf dem sehr elegant gespielt wird. Es ist eine Freude! Bald soll es auch eine neue CD der Gruppe geben. Mehr Informationen finden sich auf der Facebookseite.

Nach dem Konzert mache ich mich auf den Heimweg. Es ist schon fast dunkel. Zu Hause angekommen, sehe ich Sterne an dem wolkenlosen Himmel und höre in der blauschwarzen Weite Gänse tröten. Drinnen sage ich den großen Kindern gute Nacht, die noch auf sind, weil die Herbstferien begonnen haben. Dann bekuschle ich den Liebsten, der mir ein schönes Wochenende gegönnt hat und nehme die Augustschnuppe in den Arm.


Noch mehr Familienwochenenden sind bei Susanne versammelt.









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1 Kommentar:

  1. Hm das ist lustig, weil ich als nicht Hamburgerin schon so oft in Planten und Bloomen war:)
    Ein wunderschöner Park.

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