Donnerstag, 18. Januar 2018

17. Januar 2018

Als der Liebste gestern Abend um 22 Uhr nach Hause kam, hatte ich den ganzen Tag wahrlich nicht NICHTS getan. So kommt es mir nämlich manchmal vor, wenn ich mal wieder denke, was ich denn bloggen könnte. Meine Alltagsschnipsel kommen mir banal und langweilig vor.

Trotzdem war ich gestern ziemlich geschafft. In unserem Haus wird das Treppenhaus saniert. Aus der Wohnung zu kommen und wieder hinein ist ein Hindernislauf. Den Kinderwagen muss ich mit in die Wohnung nehmen, weil nirgendwo Platz zum Abstellen ist. Wie gut, dass er so klein zu klappen ist! Mit Kind in den Kindergarten bringen und wieder heimkommen, zum Arzttermin fahren und wieder zurück und wieder losgehen, ein Kind aus dem Kindergarten abholen und wieder heim, waren das also sechs Mal mit vollgeschneeregneten Sachen durchs Treppenhaus mit den frisch gestrichenen Wänden und dem Werkzeug überall quetschen. Wenn alles fertig ist, wird es aber sehr schick sein.

Nach einigen Jahren ohne richtigen Augencheck war ich mal wieder beim Augenarzt. Die Augustschnuppe natürlich immer dabei. Nach schnellen Messung am Tresen durch die medizinische Fachangestellte war ich nur ganz kurz beim Arzt drin. Ich solle doch für Weiteres zu meinem Optiker gehen. Aha. Für alle anderen wichtigen Untersuchungen wie z.B. den Augendruck messen und den Augenhintergrund anschauen lassen, brauche ich einen extra Termin. Kostet dann um die 70 Euro alles zusammen. Als ich dann meine Augenwerte sicherheitshalber wissen wollte, schrieb sie mir die Frau am Tresen auf einen Schmierzettel. "Kostet eigentlich extra.". Eigentlich nicht.

Die Augustschnuppe ist derweil zu Hause am liebsten auf meinem Arm. Liegt sie auf dem Boden auf ihrer Decke, dreht sie sich sofort auf den Bauch. Das geht blitzschnell. Nur zurück klappt es immernoch nicht. Da liegt sie dann nicht lange und fängt an, zu meckern. Ich zeige ihr ständig, wie sie sich zurückdrehen kann, mal sehen, wann sie es raushat.

Der kleine Bruder war gestern bei seinem besten Freund. Zusammen mit dessen Vater sind sie Füllhalter aussuchen gegangen. In der 3. Klasse machen die Kinder ihren "Füllerführerschein". Bis jetzt schreiben sie meistens mit dem Bleistift. Nun dürfen sie sich aussuchen, ob sie einen richtigen Füller benutzen oder aber Tintenroller. Der kleine Bruder freut sich sich drauf. Er hat sich einen Füller von Pelikan* ausgesucht. Der hat ihm beim Probeschreiben im Laden am besten gefallen.

Das Mutzelchen hatte gestern wieder ihre Natur-AG in der Schule. Die Kinder sind den ganzen Nachmittag draußen, sitzen am Lagerfeuer und trinken Tee. Bei wärmeren Wetter können sie u.a. im Teich forschen oder schnitzen. Sie brachte danach ihre Freundin mit nach Hause. Die beiden schreiben zusammen an einem Buch. Wirklich, das geht seit Wochen so. Wir überlegen schon, ob und wie wir das veröffentlichen.

Mit dem Adventsjungen habe ich unser Lieblingsspiel gespielt. Beim Maulwurfspiel*, das wie ein klassisches Mensch-ärger-dich-nicht-Spiel funktioniert, braucht man noch keine Zahlen kennen. Auf dem Würfel und dem Spielbrett sind Bildchen drauf. Im Moment spielen wir das Spiel noch ohne rausschmeißen. Aber das soll er auch bald lernen.

Der Liebste holte gestern den kleinen Bruder auf dem Heimweg bei seinem Freund ab. Zur Abendbrotzeit sahen wir uns nur kurz. Der Liebste packte seine Tasche für den Saunaabend mit Freunden. Finde ich gut, dass er das regelmäßig macht. Ich habe, nachdem die drei Großen im Bett waren, mit der Augustschnuppe auf dem Schoß live dem Fräulein Read On bei ihrer wunderbaren Rede zum Thema Europa und seinen Grenzen zugehört. Weil solche Geschichten aus Gründen erzählt werden müssen, immer und immer wieder.

Gegen 22 Uhr war der Liebste also wieder zu Hause. Er übernahm das Baby und ich machte mich bettfertig. Die folgende Nacht war bis auf eine Flaschenpause ruhig.

"Das Blog als Muckibude" nennt Herr Buddenbohm diese Art, unsortierte Blogeinträge zu keinem bestimmten Thema zu schreiben. Hier in meinem Blog kann ich machen, was ich will. Hier kann ich quasi meine Muskeln spielen lassen. Ich kann schreiben, was ich will. Oder auch weglassen, was ich will. Ich kann nur Fotos zeigen oder aber nur Text. Ich kann täglich schreiben oder sechs Wochen Pause machen. Ich kann nur zu einem Thema etwas schreiben oder eben ein Sammelsurium an Gedankenfetzen und alltäglichem Krimskrams veröffentlichen. Alles hat seinen Platz und seine Berechtigung.

Den Einblick in ein anderes Leben finde ich persönlich auch im Kleinen sehr spannend. Da müssen gar keine weltbewegenden Dinge passieren. Seit sehr vielen Jahren verfolge ich schon den Blog Vorspeisenplatte der Kaltmamsell. Sie notiert Tag für Tag Befinden und Wetter, Speisen und Bücher, Gedanken und Fundstücke. Und auch Anke Gröner begleitet mich schon ziemlich lange. "Blog like nobody's watching" lautet eine Überschrift bei ihr. Ich finde, damit kann man zienlich weit kommen. Trends kommen und gehen, ein Tagebuchblog ist zeitlos. Und das ist auch gut so. Ich würde mich sehr freuen, wenn Herr Paul auch so lange durchhält. Ich will unbedingt wissen, wie die Zwillinge und der Große heranwachsen und die Eltern entspannter und entspannter werden. Denn Kinder beim Wachsen zu begleiten ist nicht nichts.




* Amazon-Partner-Link

Kommentare:

  1. Ein sehr schöner Eintrag. Ja, man darf schreiben was man mag. Und ich finde es super, dass dieses Blog - dein Blog - genau so ist, wie es ist. Ich lese sehr gerne mit. Und es ist ja genau das, was das wahre Leben ausmacht: Mal passiert viel, mal wenig, mal sind es nur kleine Fitzelchen, die aber dann doch wieder das Leben ergeben.
    Vielen Dank, dass ich hier folgen darf.
    LG von TAC (deren Baby sich derzeit auch am liebsten den ganzen Tag tragen lässt)

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  2. Schau mal hier, vielleicht ist das eine Idee für das Buch vom Mutzelchen + ihrer Freundin?
    http://schreiblust-verlag.de/wettbewerbstipps
    Herzliebe Grüße
    Jana

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  3. Deinem Sohn viel Freude mit seinem ersten Füller :D!
    Bei uns wird der Füllerführerschein Mitte der 2.Klasse gemacht. Viel zu früh wie ich finde. Mein Sohn tut sich so schwer beim Schreiben. Er drückt viel zu fest auf. Auch nach einem Jahr noch. Zum Glück wird es aber langsam besser.


    Liebe Grüße
    Helena

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    1. Das ist wohl sehr unterschiedlich. Ich finde gut, dass die Kinder hier die Wahl haben, mit welchem Schreibgerät sie schreiben.

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  4. Veröffentlichen... große Verkaufsabsichten wird es ja nicht geben, sondern es geht um die Freude beim Schreiben und entstehen. Nach einem Korrektorat mit Hilfe eines Erwachsenen empfehle ich entweder Amazon oder epubli als Selfpublishing. Das Rechtliche muß über einen Erwachsenen gehen. Ggf. Gewerbe und Steuer. Große Verkäufe von Fremden ist schwierig, da ist echte Arbeit. Natürlich auch vorher, Cover gestalten, setzen etc. Das ist eine Nummer, aber machbar.https://www.epubli.de, Übrigens bei Wacker und Freunde gibt es ein Buch dazu, wo das Mädchen Amra auch ihr eigenes Buch schreibt http://wackerundfreunde.de/buecher-fuer-kinder/
    Ansonsten ist der Copyshop auch eine gute Sache. Bei Verlagen ist es sehr, sehr schwierig und man soll gut hinsichtlich Druckkostenzuschuß und Verlagsleistung aufpassen!

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    1. Ja, genau, es geht ums Tun und die Freude am späteren Ergebnis.

      Danke, schaue ich mir mal an!

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  5. I'll do my very best :) Mit den Dreien ist zumindest immer was erzählenswertes los...

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